Foodprint – ein digitaler Prototyp

Foodprint – ein digitaler Prototyp

Unsere Ernährung hat einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt, da rund ein Drittel der menschengemachten CO2-Emissionen auf die Lebensmittelproduktion und -wahl zurückzuführen ist. Die App „Foodprint“ zielt darauf ab, Konsumenten über den CO2-Fußabdruck ihrer Einkäufe zu informieren und ihnen dabei zu helfen, bewusster und nachhaltiger zu konsumieren. Mit Funktionen wie einem CO2-Scanner, einem Saisonkalender und interaktiven Herausforderungen unterstützt die App Nutzer dabei, ihre Lebensmittelauswahl klimafreundlicher zu gestalten.

Die Arbeit wurde mit einem Preis von Roche Diagnostics ausgezeichnet.
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Context & Challenge

Konsument:innen fehlt es im Alltag häufig an verlässlichen und verständlichen Informationen über den CO₂-Fußabdruck von Lebensmitteln. Besonders beim Einkauf ist oft unklar, welche Produkte tatsächlich klimafreundlicher sind und welchen Einfluss Faktoren wie Saisonalität, Herkunft oder Verarbeitung haben.
Diese mangelnde Transparenz erschwert nachhaltige Entscheidungen. Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Umwelt bleibt abstrakt, wodurch es vielen schwerfällt, ihr Konsumverhalten langfristig zu reflektieren und anzupassen. Ohne leicht zugängliche, motivierende Hilfsmittel bleibt nachhaltiges Handeln oft eine gute Absicht ohne konkrete Umsetzung.

Goal & UX Objective

Ziel von Foodprint war es, eine App zu konzipieren, die komplexe Informationen rund um Ernährung und Umwelt verständlich aufbereitet und direkt im Nutzungskontext verfügbar macht. Nutzer:innen sollten dabei unterstützt werden, bewusste Entscheidungen zu treffen und ihr Einkaufsverhalten schrittweise nachhaltiger zu gestalten.
Der Fokus lag darauf, Information, Motivation und Reflexion sinnvoll zu verbinden, ohne zu überfordern.

UX Approach

Der Ansatz bestand darin, Nachhaltigkeit im Alltag greifbar zu machen. Statt abstrakter Zahlen sollten konkrete Vergleiche, visuelle Rückmeldungen und kleine Ziele helfen, Zusammenhänge verständlich zu machen und Verhaltensänderungen anzustossen. Design wurde dabei als Vermittler zwischen Information und Handlung verstanden.
Ein besonderer Fokus lag darauf, Nutzer:innen sowohl während des Einkaufs als auch bei der Planung zu Hause abzuholen und unterschiedliche Nutzungssituationen zu berücksichtigen.

Process

Zu Beginn wurden mittels Online-Umfragen und Interviews die Bedürfnisse, Einstellungen und Verhaltensweisen der Zielgruppe analysiert. Der Fokus lag auf jungen Erwachsenen zwischen 20 und 35 Jahren, die grundsätzlich an Nachhaltigkeit interessiert sind, jedoch Schwierigkeiten haben, dieses Interesse konsequent im Alltag umzusetzen.
Ergänzend dazu wurde eine Konkurrenzanalyse durchgeführt, um bestehende Lösungen zu bewerten und relevante Funktionen sowie Interaktionsmuster zu identifizieren. Auf dieser Basis wurden zwei zentrale User Journeys definiert: die Nutzung der App direkt während des Einkaufs sowie die Planung und Reflexion zu Hause.
Zur gezielten Unterstützung von Verhaltensänderungen wurde das Transtheoretische Modell nach Prochaska angewendet. Dieses diente als konzeptionelle Grundlage, um Nutzer:innen schrittweise an nachhaltigeres Konsumverhalten heranzuführen.
Die konzeptionelle und visuelle Ausarbeitung erfolgte in vier aufeinander aufbauenden Iterationsstufen, beginnend bei Low-Fidelity-Skizzen und Paper-Prototypes bis hin zu High-Fidelity-Prototypen. Jede Iteration wurde genutzt, um Struktur, Interaktionen und Verständlichkeit weiter zu verfeinern und Annahmen frühzeitig zu validieren.
Low- / Mid- / High-Fidelity Design
Insgesamt wurden 21 User Tests mit der Zielgruppe durchgeführt, verteilt über mehrere Iterationen. Das kontinuierliche Feedback floss direkt in die Weiterentwicklung des Konzepts ein und führte zu gezielten Anpassungen in Aufbau, Inhalt und Nutzerführung.

Solution

Foodprint ermöglicht es Nutzer:innen, den CO₂-Ausstoß von Lebensmitteln einfach zu vergleichen. Über einen integrierten Scanner können Produkte direkt im Laden erfasst und deren Klimabilanz gegenübergestellt werden. Ergänzend dazu bietet ein interaktiver Saisonkalender Orientierung bei der Auswahl von Obst und Gemüse und macht saisonale Alternativen sichtbar.
Eine wöchentliche Challenge setzt persönliche Ziele zur Reduktion des eigenen CO₂-Fußabdrucks und macht Fortschritte nachvollziehbar. Einkäufe werden erfasst und in einer übersichtlichen Bilanz dargestellt, sodass Nutzer:innen jederzeit sehen können, wie sich ihre Entscheidungen auswirken.
Der Designprozess folgte einem iterativen Ansatz. Erste Ideen wurden mit Paper-Prototypes getestet und anschliessend in mehreren klickbaren Prototypen von Low- bis High-Fidelity weiterentwickelt. Die App kann sowohl mit als auch ohne Account genutzt werden, um eine möglichst niedrige Einstiegshürde zu schaffen.

Outcome

Foodprint resultierte in einem durchdachten App-Konzept, das Nutzer:innen dabei unterstützt, nachhaltige Entscheidungen direkt im Alltag zu treffen. Zentrales Element ist der CO₂-Scanner, mit dem Produkte schnell erfasst und miteinander verglichen werden können. Dadurch werden Unterschiede zwischen ähnlichen Lebensmitteln unmittelbar sichtbar.
Ein interaktiver Saisonkalender ergänzt die Produktsuche und bietet Orientierung bei der Auswahl von Obst und Gemüse. Die Wochenchallenge übersetzt abstrakte Klimaziele in persönliche, erreichbare Ziele und motiviert dazu, das eigene Konsumverhalten bewusst zu reflektieren.
Über das Tracking der Einkäufe wird die persönliche CO₂-Bilanz kontinuierlich sichtbar gemacht. Fortschritte lassen sich nachvollziehen und in einen grösseren Zusammenhang einordnen, wodurch nachhaltiges Verhalten greifbarer wird.
Die Tests zeigten, dass insbesondere der direkte Vergleich von Produkten sowie die visuelle Darstellung der persönlichen CO₂-Bilanz dazu beitrugen, das Thema Nachhaltigkeit verständlicher und konkreter zu machen. Foodprint diente dabei als exploratives Projekt, um zu untersuchen, wie digitale Interfaces helfen können, komplexe Umweltinformationen verständlich zu vermitteln und nachhaltige Entscheidungen im Alltag zu unterstützen.

Screencast

Deliverables

– Ideation
– Desk Research
– Competitor Analysis
– User Research
– Wireframing
– Prototyping
– Branding
– User Testing

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